Ratingen, 20.10.2009: Sonderpädagogische Förderung an der Elsa-Brandström-Schule
Mit Schreiben vom 05.10.2009 hat sich die Schulpflegschaft der Elsa-Brandström-Schule (EBS) an die Fraktionen in der obigen Angelegenheit an die Fraktionen gewandt.
Die EBS ist bekanntermaßen die einzige verbleibende Hauptschule in Ratingen und wird seit 2006 im erweiterten und gebundenen Ganztagsbetrieb geführt. Als Hauptschule und als einzige verbleibende Hauptschule in Ratingen sieht sich die EBS mit einem extrem problematischen Schülerpotenzial konfrontiert, welches den Einsatz besonderer pädagogischer Instrumente erfordert.
Aus diesem Grunde wurde ein sehr überzeugendes Konzept zur Kooperation mit der Förderschule der Bergischen Diakonie Aprath entwickelt, welches aber nach Information der Schulpflegschaft aus Kostengründen nicht umgesetzt, sondern zunächst wohl in der „Konsolidierungskommission“ beraten werden soll. Mittel stehen im Haushalt bereit, diese werden aber nicht freigegeben.
Vor dem Hintergrund der über zweijährigen intensiven Planung und Konzeptentwicklung auf der einen Seite und der bestehenden erheblichen Problemlagen der Schüler (überwiegend sind Jungen betroffen) und Schülerinnen an Ratingens verbleibender einziger Hauptschule erscheint uns geboten, hier umgehend zu handeln und das Konzept auch umzusetzen.
Gerade hier, wenn es darum geht durch sonderpädagogische Förderung eingebettet in den Hauptschulbetrieb das Schulversagen und damit soziale Ausgrenzung mit erheblichen fiskalischen und menschlichen Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft zu vermeiden und ein Mehr an Chancengleichheit zu erreichen, verbieten sich aus Sicht der SPD Sparüberlegungen. Zumal es hier um kommunale Kosten von rd. 62.000 € geht, die sich verglichen mit den zu vermeidenden gesellschaftlichen Folgekosten mehr als vertretbar sind. Diese Kosten entsprechen ca. 6.900 € pro gefördertem Kind und Jahr. Im Vergleich dazu würde eine teilstationäre Förderung im Rahmen einer heilpädagogischen Tagesgruppe mit integriertem Schulangebot pro Kind mit ca. 31.000 €/ Jahr zu Buche schlagen. Da durch dieses Modell einer kooperativen Förderklasse also eine Überweisung in die Förderschule und weitere Hilfen nach dem SGB VIII vermieden werden können, handelt es sich um gut investiertes Geld.
Aus diesem Grunde stellt die SPD Fraktion den Antrag:
1. Die für die Umsetzung des Konzeptes der Kooperation der EBS mit der Förderschule der Bergischen Diakonie Aprath für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung erforderlichen Mittel werden umgehend bereitgestellt.
2. Der Rat bekräftigt seine Absicht, diese Kooperation, die zunächst für zwei Jahre eingegangen wird, bei Erfolg langfristig zu fördern.
3. Im Schulausschuss ist regelmäßig über das Projekt zu berichten.
Christian Wiglow

