Ratingen, 29.10.2009: Bäderbesuch soll teurer werden
SPD Fraktion sagt NEIN zur geplanten Entgelterhöhung für die Bäder
Wie die SPD Fraktion erfahren hat, planen die Stadtwerke Ratingen zum 01.01.2010 eine happige Erhöhung der Eintrittspreise. Je nach Szenario sollen die Preise für Schwimmbäder zwischen 8,6 % bis knapp 17 % steigen. Für den Bereich der Ferienpässe ist sogar eine Preissteigerung um 20 % vorgesehen, bei den Jahreskarten um knapp 17 %. Lediglich die Sauna soll noch vergleichsweise glimpflich mit knapp über 8 % Preissteigerung davon kommen.
Aus Sicht der SPD Fraktion sind Preissteigerungen für die Bäder rundweg abzulehnen. Bei den Bädern handelt es sich um Daseinsfürsorge, Gesundheitsfürsorge und ein ganz wichtiges Freizeitangebot in unserer Stadt, insbesondere für die Menschen, die nicht in Urlaub fahren können.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Eintrittspreise in den Ratinger Bädern verglichen mit der Umgebung gar nicht mal so billig sind: Ratingen Erwachsene 3,50€ für eine Einzelkarte, Mülheim sogar 3 € oder Erkrath auch bei 3,5 €. Vergleiche mit dem Hilderorado, das 6,5 € verlangt, verbieten sich wegen der andern Konzeption. Aus diesem Vergleich kann also schon einmal überhaupt kein Handlungsbedarf abgeleitet werden.
Dass Daseinsvorsorge nicht kostendeckend angeboten werden kann, muss jedem einsichtig sein. Die Kosten in Ratingen sind nicht wirklich gering und bewegen sich daher am Limit dessen, was die SPD als akzeptabel ansieht. Würden man auf die Idee kommen, die tatsächlichen Kosten von rd. 12,50 € für einen Schwimmbadbesuch (wie auch für andere ähnliche öffentliche Einrichtungen) zu verlangen, könnten man das Bad gleich dicht machen.
Zudem sollten die Stadtwerke gut überlegen, ob nicht die massiven Preissteigerungen beispielsweise für Jahreskarten die Zahl der Besucher mindern und damit gar keine wirkliche Einnahmeverbesserungen mit sich bringt.
Je nach Szenario wollen die Stadtwerke mit dieser Preissteigerung Mehrerlöse zwischen 65.000 € bis 160.000 € pro Jahr erzielen. Stellt man diesen Betrag in Relation zu den jährlichen „Geschenken“ der Stadtwerke an Vereine, Verbände etc., muss man zu diesem Schluss kommen, dass die Bäderbenutzer zur Kasse gebeten werden sollen, um diese Wohltaten weiter zu finanzieren. Dieses kann aus Sicht der SPD nicht der richtige Weg sein.
Christian Wiglow

