Ratingen, 30.03.2010: Schimmelbefall am Übergangswohnheim "Am Sondert"
Schimmelbefall im Übergangswohnheim „Am Sondert“
Aufgrund zahlreicher Beschwerden von Ehrenamtlichen und „Am Sondert“ untergebrachter Menschen hat sich der SPD Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow Ort ein Bild von der Situation gemacht. Wiglow: „Dabei wurden meine schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Nahezu alle Wohnräume sind mit erheblichem Schimmelbefall belastet.“
Christian Wiglow hat sich umgehend an den Landrat und das zuständige Kreisgedundheitsamt gewendet. Er schreibt: "Je niedriger und je weiter die Gebäude in Richtung Wald stehen, desto erheblicher ist die Belastung. Die Bewohner werden durch den Hausmeister angehalten bzw. machen dieses aus eigener Veranlassung, durch nahezu monatliches Überstreichen, den Schimmelbefall zu übertünchen, ohne dass dieses die Ursachen beseitigt. Wenn Beschwerden aufkommen, werden handelsübliche Schimmelbeseitigungssprays ausgehändigt.
Diese Maßnahmen verbessern aber nicht wirklich die Situation, da der Schimmelbefall offenbar tief im Mauerwerk sitzt und durch Überstreichen nicht zu beseitigen ist. "
Einige der Wohnungen, wie die der Familie M. sind so belastet, dass einem beim Betreten schon das Atmen schwerfällt
. Hier kommt noch erschwerend hinzu, dass ein Fenster defekt ist und durch die Stadt zugeschraubt wurde, so dass nicht richtig gelüftet werden kann. Die Familie M. lebt unter diesen Umständen mit einem kleinen Kind.
Überall in den Gebäuden, die durch die Bewohner übrigens penibel sauber gehalten und im Rahmen des Möglichen gepflegt werden, ist ein schwerer bis schwacher Schimmelgeruch zu bemerken. Die Bewohner und insbesondere die Kinder klagen über chronifizierte Atemwegserkrankungen bis hin zu Asthma. Entsprechende Medikamente wurden vorgezeigt. Besonders nachts hindert Husten viele Kinder am Schlafen.
„Zahlreiche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen sehen einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit Schimmelpilzen und Atemwegsbeschwerden. Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen. Es wird angenommen, dass grundsätzlich alle Schimmelpilze in der Lage sind, allergische Reaktionen bei dafür empfänglichen Personen auszulösen.
Eindeutiger ist der Sachverhalt bei oberflächlich bereits mit bloßem Auge erkennbarem Schimmelpilzbefall (zum Beispiel hinter Schränken, in Wandnischen etc.). Bei größerem Befall (bei mehr als ca. 20-50 cm2 betroffener Fläche muss nicht erst aufwändig analysiert werden, wie hoch die Schimmelpilzbelastung in der Wohnung ist und welche Schimmelpilzarten im Einzelfall vorliegen. Es muss sogleich gehandelt werden.“ Quelle Umweltbundesamt
Christian Wiglow unterstreicht noch einmal ganz dringend: "Diese Zustände sind unhaltbar und erfordern ein umgehendes Einschreiten der zuständigen Behörden. Diese Gebäude sind weitestgehend nicht mehr zu Wohn- oder Unterbringungszwecken geeignet.
Ich bitte daher, dass Kreisgesundheitsamt tätig zu werden und die entsprechenden Maßnahmen zu veranlassen."

