Gut für Ratingen!

Ferienbetreuung auch für Kinder in der Übermittagsbetreuung

SPD hofft auf rege Nachfrage der Eltern

Der Umgang mit Statistiken ist eigentlich alltäglich. Keine Zeitung oder Nachrichtensendung kommt ohne Zahlen, Prozente und Interpretationen aus. Im letzten Schulausschuss passierte aber etwas, das den Zuhörerinnen und Zuhörern sicherlich irritierend vorkommen musste.

Im vergangenen Jahr ist erneut deutlich geworden, dass Grundschulkinder in Ratingen in der Betreuung unterschiedlich behandelt werden. Kinder, die den offenen Ganztag (OGS) (in der Regel bis ca. 16.00 Uhr) besuchen, haben die Möglichkeit ein Ferienangebot ihres OGS-Trägers in Anspruch zu nehmen. Kinder, die lediglich in der ÜMB bis 14.00 Uhr betreut werden, müssen anderweitig eine Ferienbetreuung finden.

Da in immer mehr Familien beide Elternteile berufstätig sind, hat die SPD im letzten Jahr den Anlauf unternommen und die Stadtverwaltung gebeten in einer Vorlage darzustellen, wie ein Ferienangebot für die Kinder der ÜMB realisiert werden kann.

Nur zögerlich und auch nur durch den Druck eines Ratsbeschlusses im Februar 2015 hat die Verwaltung in diesen Sommerferien die Ergebnisse einer Elternbefragung vorgelegt.

Die SPD sieht in der Vorlage ganz klar belegt, dass der Bedarf bei den Familien besteht.

Von 3.036 angesprochenen Eltern hat es einen Rücklauf des Fragebogens von lediglich 463 bzw. 15% gegeben. Für die Verwaltung ein Indiz, dass es kein großes Interesse gibt und alles so bleiben kann, wie es ist.

Das sieht die SPD ganz anders. „Die 3.036 angesprochenen Eltern, beinhalten auch die Eltern, die mit der Teilnahme ihrer Kinder am offenen Ganztag ein etabliertes Ferienangebot haben,“ stellt der schulpolitische Sprecher der SPD, Ewald Geldmacher fest. „Diese Eltern haben kein Problem mit der Ferienbetreuung – warum also sollten diese Eltern eine Rückmeldung geben? Zumal auch auf dem Fragebogen die Zielgruppe auf ÜMB-Betreuung beschränkt wurde.“

Der offene Ganztag ist im Bezug auf die Nachfrage ein Erfolgsmodell. Rund 60% der Grundschulkinder sind im Schnitt im offenen Ganztag. In Ratingen sind also „nur“ rund 1.200 Familien von der Ferienproblematik potentiell betroffen. Wenn sich davon dann 38% zurückmelden, ist das vor dem Hintergrund des Umfragezeitraumes (Post- und Kitastreik) und kurz vor den Sommerferien eine gute Rücklaufquote.

Konkret hatten 175 Eltern bestätigt, dass sie ein „ÜMB Ferienangebot“ benötigen. Wenn also schon 38% der antwortenden Eltern ohne OGS-Betreuung einen Ferienplatz benötigten, wären dies bei 1.200 Familien schon 456 Kinder. Warum sich hier noch kein lauter Protest der Eltern Weg gebahnt hat, wundert schon. Die SPD hat im Ausschuss versucht, mit den Zahlen der Verwaltung den Bedarf zu belegen, und scheute dabei auch nicht vor einer sehr hitzigen Diskussion zurück.

Im Zuge der Diskussion wurde dann offenbar, dass es im Angebot der Stadtranderholung des Jugendamtes noch mögliche Kapazitäten gibt. Das sehr attraktive Programm böte sich doch an, die Bedarfe dahin zu kanalisieren. Der Ausschuss und die Verwaltung sahen dies dann als Möglichkeit, gemeinsam die Auslastung der Stadtranderholung zu erhöhen und den Eltern auch kurzfristig ein Angebot machen zu können.

Wollte die Verwaltung die Bemühungen um ein Ferienangebot zu Beginn der Diskussion noch mit der Kenntnisnahme durch den Ausschuss im Sande verlaufen lassen, beauftragte der Schulausschuss die Verwaltung zum Ende einstimmig, nun in einem ersten Schritt die bestehenden Ferienangebote und hier insbesondere die Stadtranderholung des Jugendamtes deutlich über und in den Grundschulen zu bewerben.

Es ist klar, dass diese Angebote (noch) keine 6 Wochen Ferien im Jahr abdecken können. So groß ist das übliche Delta zwischen Schulferien (12 Wochen) und 30 Urlaubstagen (6 Wochen) der berufstätigen Eltern. Klar ist auch, dass damit keine analoge Betreuungszeit der Kinder zu der in der Schulzeit mit ÜMB-Betreuung realisiert ist. Die SPD hofft aber, dass die Eltern durch die zusätzliche Werbung für das Ferienprogramm der Stadt ihren konkreten Bedarf in die Diskussion einbringen.

„Mir scheint, es bedarf noch vieler Elternnachfragen, am besten über die Schulleitungen oder auch direkt an das Schulverwaltungsamt, bis wir in Ratingen für alle Kinder – auch die, die nicht am offenen Ganztag teilnehmen – ein Angebot haben, dass den heutigen Anforderungen des Arbeitsmarktes und der Familien gerecht wird.“ schließt die Ewald Geldmacher, der mit seinen Kolleginnen und Kollegen der SPD Fraktion das Thema weiter verfolgen wird.


 

Artikel in den Medien:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/spd-fordert-betreuung-auch-in-den-ferien-aid-1.5380309 

http://www.ratinger-news.de/index.php/ratingen/5630-ferienbetreuung-auch-fuer-kinder-in-der-uebermittagsbetreuung-uemb

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