Gut für Ratingen!

Parkraumkonzept – SPD sieht sich in der Ablehnung der Tiefgarage Beamtengäßchen bestärkt

Mit dem jetzt vorliegenden Parkraumkonzept (Vorlage 144/2017) sieht die SPD ihre grundsätzliche Position bestärkt, dass es in der Ratinger Innenstadt eigentlich ausreichend Stellplätze gibt und dass daher die von CDU und BU geforderte neue Tiefgarage auf dem Park Beamtengäßchen weder notwendig noch städtebaulich sinnvoll ist.
Das Gutachten für das Parkraumkonzept stammt von dem renommierten Büro Brilon Bondzio Weiser und stellt in einer fundierten Erfassung der Ist-Situation fest, dass in Ratingen die Parkhäuser „insgesamt auffällig gering ausgelastet sind“ (S. 46. Damit widersprechen die Fachleute explizit dem mantrahaft geäußerten Vorwurf von CDU, BU und Citykauf, es gäbe in Ratingen zu wenige Parkhäuser. Dieses spiegelt sich auch in der Gesamtbewertung der Stellplatzausstattung wider. Hiernach bietet das Gesamtsystem „noch gewisse Kapazitätsreserven“ (S. 45), wobei das Planungsbüro sich nur auf den inneren Innenstadtbereich bezieht und Stellplätze wie am Stadttheater, Schwimmbad oder Stadionring nicht mitgezählt wurden. Echte Stellplatznot sieht wirklich anders aus, meint dazu SPD Fraktionsvorsitzender Christian Wiglow.

Dieses Gesamtbild wird auch durch die Befragung der Nutzer der Parkangebote untermauert. Hiernach finden 87% der Befragten ihren Wunschparkplatz (S. 41) und 85% haben keine Probleme mit der Parkplatzsuche (S. 42).
Der Gutachter schlägt zwei Optionen zum weiteren Vorgehen vor. Zum einen könnte durch einen „Mobilitätswandel“ das Fahrverhalten der Innenstadtbesucher und Kundinnen und Kunden dahin gehend verändert werden, dass überhaupt keine zusätzlichen Stellplätze benötigt werden. Diesen Weg präferieren aber weder der Gutachter noch die Verwaltung. Stattdessen schlagen diese ein sogenanntes „Qualitätskonzept“ vor, nach dem in Ratingen rd. 150 zusätzliche Stellplätze zu schaffen wären, wobei der Fokus auf dem östlichen Bereich der Innenstadt liegen soll.
Die SPD kann sich grundsätzlich vorstellen, sich auf diesen Weg des „Qualitätskonzeptes“ zumindest partiell einzulassen, sieht aber durch den Fokus auf dem östlichen Teil der Innenstadt sich in ihrer Ablehnung der Tiefgarage Beamtengäßchen bestärkt. An dieser Stelle hat Ratingen wahrlich genug Stellplatz, zumal auch der Gutachten davon spricht, dass wegen Überkompensation des Bedarfs (S. 53) dann ja auch Stellplätze an Stadthalle/ Hans-Böckler-Straße rückgebaut werden könnten. Für die SPD wäre es aber eine groteske planerische Fehlleistung, Stellplätze an der Stadthalle zurückzubauen und dafür den einzigen Park in der Innenstadt zu zerstören, um dort ein paar Stellplätze zu schaffen.
Um den Bedarf im östlichen Bereich zu decken, sieht die SPD daher eher darin einen Sinn, bei der Entwicklung des Areals Kirchgasse dort eine große Tiefgarage zu errichten. Damit würde für den östlichen und Kernbereich wirklich etwas getan. Ebenso überlegenswert wäre es auch, eine zusätzliche Tiefgaragenebene an der „alten Feuerwache“ als öffentliches Parkhaus zu schaffen, um das Stellplatzangebot sinnvoll um die Innenstadt herum zu platzieren. Das alles könnte Sinn machen, viel, viel mehr als am Beamtengäßchen.
 

 

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