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Agenda 21 : Global verantwortliches Wirtschaften Die Diskussion um ein Lieferkettengesetz

Termin

Datum:
30. September
Zeit:
19:30 bis 21:00

Veranstaltungsort

Versöhnungskirche Ratingen
Maximilian-Kolbe-Platz 18b
40880 Ratingen
NRWDeutschland
Telefon:
02102 1664044

Global verantwortliches Wirtschaften
Die Diskussion um ein Lieferkettengesetz

Für Eine-Welt-Gruppen, Umweltverbände und Kirchen ist das Lieferkettengesetz von zentraler Bedeutung. Nachdem Bemühungen der Unternehmen, dies freiwillig zu bewerkstelligen, ist die gesetzliche

Regelung eines Lieferkettengesetzes die einzige Möglichkeit, während der gesamten Lieferkettenkette die Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten zu sichern.

Wir hoffen, dass es den Ministern Müller und Heil gelingt, entsprechend der Koalitionsvereinbarung ein gutes Lieferkettengesetz verabschieden zu lassen.

Einstürzende Textilfabriken, Kinder- und Zwangsarbeit auf Plantagen, Zerstörung von Lebensgrundlagen im Rohstoffabbau: Menschenrechtsverstöße und Umweltzerstörung durch Unternehmensaktivitäten sind keine Ausnahme – auch in den weltweiten Lieferketten deutscher Firmen. Durch die Corona-Pandemie zeigt sich dazu in besonderer Weise, wie bedeutsam Transparenz und Verantwortungsübernahme in Lieferketten sind.

Appelle an das freiwillige Engagement von Unternehmen konnten die Herausforderungen für Mensch und Umwelt bislang nicht lösen. Die letzte Umfrage bei betroffenen Unternehmen Mitte 2020 hat ergeben, dass nur 22 Prozent der von der Bundesregierung befragten Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen.

In der Bundesregierung und in der Zivilgesellschaft wird daher über ein Lieferkettengesetz diskutiert.

Ein solches Gesetz würde Unternehmen verbindlich verpflichten, Menschenrechte und Umweltstandards in ihren Lieferketten und Auslandsgeschäften zu achten.

Die Debatte darum ist kontrovers: Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen im Gesetz eine große Chance, Menschenrechte und Umweltschutz vor Profitinteressen zu stellen. Seit 2019 schließen sich immer mehr Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmensverantwortung sowie Gewerkschaft und Kirchen zur Initiative Lieferkettengesetz zusammen. Kürzlich haben erst 111 katholische Bischöfe aus aller Welt sich für ein Lieferkettengesetz ausgesprochen. Große Wirtschaftsverbände laufen Sturm gegen zusätzliche Auflagen für Betriebe, während eine wachsende Zahl von Einzelunternehmen verbindliche Regeln als Grundlage für mehr Engagement einfordert.

Der Vortrag von Eva-Maria Reinwald mit anschließender Diskussion gibt Einblicke in den Stand der aktuellen politischen Debatte, in Streitpunkte und Forderungen der Zivilgesellschaft.

Eva-Maria Reinwald ist Politikwissenschaftlerin und seit 2016 Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte beim SÜDWIND-Institut in Bonn. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit menschenrechtlichen Herausforderungen in weltweiten Wertschöpfungsketten und Veränderungsansätzen. Für SÜDWIND wirkt sie im Trägerkreis der Initiative Lieferkettengesetz mit.

Für die oben genannten Organisationen ist das Lieferkettengesetz ein zentrales Anliegen weltweiter Solidarität und Gerechtigkeit. Doch der Widerstand dagegen ist mächtig, in der Bundesregierung durch Minister Altmaier verkörpert.

Wenn wir ein Lieferkettengesetz wollen, braucht es des Drucks der Zivilgesellschaft. Auch durch Teilnahme an Veranstaltungen wie in Ratingen.